Nachdem wir heute morgen bei denkbar schlechtesten Bedingungen diverse Jungpflanzen totgesprueht haben (der Wind hatte sich uebrigens bis zum Nachmittag gelegt), sollte sich bei meinem Boss das Talent zur Wahl schlechter Zeitpunkte auch am Nachmittag noch einmal bemerkbar machen.
Nachdem bereits alle anderen Tagesaufgaben erledigt waren, wurde mir gesagt, dass man noch eine helfende Hand beim Austausch eines defekten Ventils an einer Haupt-Wasserleitung benoetige, mein Chef jedoch in der Stadt sei aber eigentlich bereits wieder haette zurueck sein wollen.
Naja, nicht nur da hatte sich der gute Mann etwas verschaetzt und kam eine halbe Stunde spaeter zurueck. Auch musste natuerlich anschliessend erstmal ein Kaffeepaeuschen eingelegt werden. Als sich die Sonne dann bereits schwer auf den Horizont zu bewegte, konnte es endlich losgehen.
Wir packten unsere 7 Sachen und fuhren aufs Feld, wo anschliessend ein Loch gebuddelt und einfach das Ventil mit der umliegenden Leitung ausgesaegt wurde. Zwischenzeitlich war die Sonne bereits untergegangen.
Was man im Umland des frankfurter Flughafen als dunkelste Nacht kennt, haben wir hier bereits eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang. Kurz danach sieht man jedoch nicht mal mehr die eigene Hand vor Augen, wenn nicht gerade der Mond am Himmel steht. Gluecklicherweise kam kurz darauf die Frau einer meiner Bosse mit dem Quad angefahren und spedente uns so etwas Scheinwerferlicht. Auf die Idee haetten wir ja selbst kommen koennen, jedoch sind die einzig funktionierenden Lichter an unseren Farmautos die permanent eingeschalteten Warnleuchten im Amaturenbrett (braucht es wirklich ein Warnlaempchen, um festzustellen, dass die Bremse nicht funktioniert? Gluecklicherweise sollte es nicht das Letzte sein, was ich in meinem Leben gesehen habe…nicht bei diesem Auto) .
Mit meinem Kollegen stand ich knietief im Wasser und hielt die Wasserleitung als meinem Boss einfiel, dass er was vergessen hatte. Kurzum schwang er sich auf das Quad und verschwand mit unserer einzigen Lichtquelle.
Einige Minuten stand ich dann mit meinem Kollegen (den ich ja zu dem Zeitpunkt nicht mal mehr sehen konnte) in dem Wasserloch waehrend uns munter gleich ein ganzer Moskitoschwarm aussaugte.
Wenn auch etwas blutleer hatten wir es am Ende dann doch endlich geschafft, das neue Ventil an die Roehre zu zimmern. Waere es aber nicht einfacher gewesen, die Aktion am Morgen zu machen, als es ohnehin zu windig war, um Unrautvernichter zu spruehen?
Jetzt habe ich jedenfalls erstmal Wochenende und kann mir meine Zeit einteilen, wie ich will 🙂