Wie ich schon im Bezug auf das Stapeln von Pappboxen angedeutet hatte, sind Australier absolute Organisationstalente.

So habe ich das auch diesmal wieder zu spueren bekommen.
Da hier aufgrund der kalten (Nacht)temperaturen die Papayas nicht so schnell reifen, wie wir uns das wuenschen wuerden, ist natuerlich entsprechend weniger Arbeit da. Daher werde ich jetzt zukuenftig Freitags in der benachbarten Gaertnerei aushelfen.

Die dort das Zepter schwingende Oberchaosnudel Judy war ja heute mal ein richtiges Highlight. Alles fing damit an, dass ich auf einem Rasen die bis faustgrossen Eukalyptusnuesse (die eigentlich gar keine sind?!) aufsammeln sollte, da diese zu hart sind und den Rasenmaeher kaputt machen. Dass die Nuesse vermutlich auch zu hart fuer meinen Kopf sind, wenn sie die Kakadus aus dem locker 20 Meter hohen Baum werfen, schien dabei offensichlich keinen zu interessieren.

So machte ich mich eben ohne Helm ans Werk. Es dauerte keine 5 Minuten bis dann die Rasensprengeranlage fuer eine spontane Erfrischung sorgte. Ich dachte eigentlich an einen Scherz und sah mich um, ob irgendwer m Wasserhahn steht und mich grinsend beobachtet…war aber nicht so.

Nach 10 Minuten war ich schon ordentlich nass, als sich das bloede Ding endlich wieder ausschaltete. Ich war schon nahe dran, endlich alle Nuesse gesammelt zu haben, ohne selbst von einer getroffen zu werden, als sich der Rasensprenger ein zweites Mal aktivierte.  Mir blieb nichts anderes als zu lachen als im gleichen Moment die Chefin um die Ecke geflitzt kam, das Ding ausschaltete und sich tausend mal entschuldigte.

Nee, nee, ist nicht so schlimm, gnaedige Frau. War ja nicht das erste mal *hust* Weiterhin liess sie mich ein paar Buesche zurueckschneiden als dann ploetzlich am Nachmittag Hektik aufkam. Am Folgenden Dienstag sollte ein Fernsehteam kommen und einen kleinen Werbefilm ueber die Gaertnerei zwecks Verkauf drehen. So zeigte sie mir etliches Gestruepp, dass getrimmt, frisiert und gefoent werden sollte. Dass sollte wirklich nicht an dem einen Tag zu schaffen sein. Nachdem sie mein Arbeitsangebot fuer Samstag am morgen noch ausgeschlagen hatte, bettelte sie nun foermlich, dass ich komme und ihr Anwesen auf den letzten Druecker noch etwas aufpoliere.

Irgendwie sollte man sich doch mal Gedanken ueber den Zustand des Verkaufsgegenstands machen, bevor das Filmteam vor der Tuer steht…zumindest wenn es wie hier hunderte Quadratmeter sind, die teilweise ordentlich verwachsen waren. Was solls, ich beschwerte mich nicht, sondern freute mich ueber einige extra Dollar.

Dieses Wochenende wieder genau das gleiche Spiel. Sie bestellte mich fuer Freitags um 7.30 Uhr. Ihre angestellte Michelle wuerde dann bereits da sein. Mit deutscher Puenktlichkeit wartete ich auf ihre Angestellte, die jedoch auch nach einigen Minuten nicht auftauchte. Daher fing ich erstmal mit den Aufgaben an, die sie mir den Samstag zuvor kurz vor Feierabend noch aufgedrueckt hatte. Etwas abgelegen sammelte ich also Laub und totes Gestruepp auf.

Wie ich spaeter erfahren habe, stand die gute Frau rund eine Stunde nach meinem Arbeitsbeginn auf, konnte mich (natuerlich) nicht sehen und rief erstmal meinen Chef an. Sie schnautzte ihn zusammen, wo ich denn sei. Sie habe mich fuer 8 Uhr (?!?) bestellt.

Mein Chef sagte ihr, dass ich sehr verantwortungsbewusst sei und mich puenktlich auf den Weg zur Arbeit aufgemacht habe, also dort irgendwo sein muesse. So schickte sie ihren persoenlichen Sklaven und Ehemann los, um mich zu suchen, was auch nicht allzu lange gedauert haben kann.

Als ich mit meiner Aufgabe fertig war, fragte ich sie nach mehr arbeit und durfte anschliessend einen kleinen Gemuesegarten inkl. Bewaesserung anlegen. Die Zeit verging wie im Flug und es war schon wieder Mittag, als sie erneut ankam und mir neue Aufgaben geben wollte. So schwangen wir uns in ihr Farmauto und fuhren ne Weile durch die Gegend. Dabei deutete sie wild auf alle moeglichen Gewaechse und sagte: „Das bis zu den knoecheln zurueckschneiden, das auf Huefthoehe, hier nur die kleinen Aeste wegschneiden, dieses Areal ganz rausreissen, diesen Baum ausgraben und zwei weitere Pflanzen…“

Nach einer Weile konnte ich mir die Frage nicht verkneifen, wie viele Tage sie mich nun woechentlich anstellen wolle, da dies erneut nicht in nur einigen Stunden zu machen sei. Wieder hatte ich also einen Samstag arbeit dazu bekommen. Bin mal gespannt, ob ich meinen Freitagsjob zukuenftig auf Freitag bis Sonntag ausdehnen kann 🙂