Wo immer ich auf einen Hund treffe, finde ich einen neuen Freund. Unter der Hand werde ich vermutlich mittlerweile als Koeterfluesterer gehandelt. Spaetestens als ich letztes Jahr erfolgreich eine Kampftoele entfuehrt hatte (ich berichtete), war die Feuerprobe wohl bestanden.
Hier habe ich das Vergnuegen mit meinen drei liebreizenden Hundedamen Spud (Dingo-Sonstwas-Mix), Isi (vermutlich Ridgeback) und Molly (Fussabtreter). Waehrend mich Spud und Isi abgoettisch lieben, habe ich zu Molly noch nie einen wirklichen Draht gehabt. Naja, um ehrlich zu sein, beruht die Abneigung ja auf Gegenseitigkeit. Spaetestens seit ich mal versehentlich auf sie getreten bin, als sie ohnehin schon ein gebrochenes Bein hatte (irgendwie tats mir ja ein bissi leid), guckt sie mich nicht mehr mit dem Arsch an. Als ich den letzten Annaeherungsversuch wagte, kotzte sie mir einfach vor die Fuesse. Ich denke die Aktion brauchte keine weiteren Worte und wir belassen es einfach bei dem, was wir gemeinsam haben – NICHTS.
In der benachbarten Gaertnerei, wo ich ebenfalls 3 Tage die Woche arbeite, gibt es auch eine Huendin in der Groesse eines Kalbs. Wenn ich in die Hocke gehe, sind wir immerhin auf Augenhoehe. Roxy, so heisst die aeltere Dame ist ein bisschen schraeg. Man sah sie immer nur mit einem zwischen die Beine geklemmten Schwanz durch die Gegend streunen…bis ich kam. Sobald sie mich sieht, faengt sie deutlich an mit dem Schwanz zu wedeln und weicht mir nicht mehr von der Seite. Keine der Angestellten hat das je bei diesem Hund gesehen. Egal, wohin ich laufe oder fahre, folgt sie mir und bleibt immer in unmittelbarer Naehe.
So folgt sie mir ebenfalls in meine Mittagspause auf das Nachbargrundstueck, wo meine beiden Herzdamen Spud und Isi auf mich warten. Die beiden sind allerdings recht territorial. Was hier nicht her gehoert, wird halt getoetet. Wie das mit Frauen so ist, teilen sie nicht gerne, schon mal gar nicht ihre Liebhaber. Spud und Isi tragen ihre Eifersucht etwas harmloser und zu meiner Belustigung mit gegenseitigem Dominieren aus. Wer nicht weiss, wie das funktioniert, kann sich das >hier< ansehen.
Als mir jedoch Roxy folgte und sich unter dem Tisch breit machte, nahm das ganze jedoch andere Formen an. Es war das erste Mal, dass ich Isi die Zaehne hab fletschen sehen, waehrend sich saemtliche Haare auf dem Ruecken aufstellten.
Zufaellig kam Chris in dem Moment vorbei, schnappte sich die kleine Krawallschachtel und verfrachtete sie ins Haus. Dumm nur, dass die Hintertuer offen stand und Isi in dem Moment etwas gewitzter war als er. Binnen weniger Minuten war sie, diesmal gefolgt von Spud, wieder da und das verbale Kraeftemessen ging weiter.
Waehrend ich auf dem Stuhl sass und meine Beiden auf der einen Seite hatte und Roxy auf der anderen Seite stand, kam es zum Eklat. Nach einigen Minuten liess Roxy das Geknurre nicht mehr auf sich sitzen und knurrte mal anstaendig zurueck. Klar konnte das Isi nicht auf sich sitzen lassen und binnen eines Bruchteils einer Sekunde stuerzte sie sich auf Roxy. Bis ich alter Mann mich von meinem Stuhl erhoben hatte, hing unsere Killerin der chancenlosen Roxy bereits an der Kehle. Mir rutschte das Herz in die Hose, da ich nicht fuer den Tod des Nachbarshunds verantwortlich sein wollte. So stuerzte ich mich mit ins getuemmel. Nach einigen gezielten Schlaegen und Tritten, konnte ich dann Isi endlich am Schlawittchen packen und von Roxy fern halten.
Mein verpennter Kollege Gordon sass nur daneben. Vermutlich waren die optischen und akustischen Reize noch nicht bis an sein Hirn vorgedrungen. Lediglich Gayl, die Frau meines Bosses wurde von den Kampfgeraeuschen alarmiert und kam herbeigeeilt. Mit einem ordentlichen Tritt machte sie Roxy klar, dass es wohl besser waere jetzt das Grundstueck zu verlassen, waehrend sie Isi bei den Vorderpfoten packte und hinter sich hertaenzeln liess, was mit einem Klicken der Kette endete.
Nach diesem Adrenalinschub war es Zeit, mich wieder an die Arbeit zu machen. So lief ich los, verfing mich mit beiden Fuessen gleichzeitig in einem Fischernetz und machte mich mit Schwung auf dem Schotter lang. Die Situation war derart daemlich, dass ich selbst lachen musste und mich lediglich aergerte, dass ich das nicht auf Kamera bekommen habe. Gordon, der nach wie vor auf seinem Stuhl nur wenige Meter daneben sass, hatte das nicht mal mitbekommen. Wen wunderts^^
Mit blutigem Knie machte ich mich wieder an die Arbeit, wo mir auch prompt Roxy nicht mehr von der Seite wich. Sie sah ebenfalls etwas ramponiert aus und blutete an diversen stellen. Naja, gleich und gleich gesellt sich eben gern.
Was haben wir also gelernt? Nicht nur, dass Frauen ganz schoen bissig werden koennen, wenn der Liebste mit einer anderen rumschaekert, sondern, dass Fischernetze fuer so Trottel wie mich sogar an Land echt gefaehrlich sein koennen.