Es war ein wunderschoener Freitag Vormittag. Die Sonne schien wie ueblich und ich machte mich mit meinen Maedels auf den Weg ein paar Insekten umzulegen, um unsere Kolonie zu versorgen. Gut gelaunt verabschiedeten wir uns aus unserem Nest im sicheren Baum und machten uns auf die Jagd.
Bei einem erheiternden Schwaetzchen ueber das kommende Wochenende liefen wir den Stamm hinab. Da es Freitag war und wir etwas zu faul waren, uns durch das ganze Laub zu kaempfen, entschieden wir uns fuer die bequemere und schnellere Wurzel-Autobahn ins Unterholz zu wandern.
Meine Kollegin Gabi wollte gerade ihren neusten Witz zum Besten geben als ploetzlich seltsam der Boden begann zu beben. Binnen Bruchteilen von Sekunden verdunkelte sich der Himmel und mit einem lauten Schlag wurden Gabi und vier weitere Kollegen unter einem riesigen schwarzen Ding zermatscht.
Ich schaute also nach oben und erblickte dieses verdammt grosse Toelpelmonster.
Gestern hatte ich mich hoffnungslos an einem Heuschreckenauge ueberfressen aber dieses Ding wog ganz sicher immernoch das 300.000-fache von mir.
Mir schwoll echt der Kragen und ich bruellte hinauf: „Ey du Volltrottel, kannst du nicht gucken wo du hintrampelst!?!“
Es kam keine Reaktion und ich wusste, es war an der Zeit meine treuen Kolleginnen zu raechen. Ich hatte letztens erst den neusten Chuck Norris Film „Walker Ant Ranger“ gesehen und sein Kampfstil war mir noch gut im Gedaechtnis.
Ich krallte mich also an diesem gummiartigen Ding fest und kletterte senkrecht nach oben. Sehr wohl war mir bewusst, dass mich das Toelpelmonster nach einem Biss mit Leichtigkeit erschlagen koennte. Daher suchte ich mir eine taktisch kluge Stelle fuer meine Attacke. Ich kletterte also weiterhin tapfer diese ewig langen und behaarten Trampelstelzen hoch, bis ich Deckung unter einer Art Stoff fand. Die Oberflaeche wurde waermer und weicher. Irgendwie hatte ich so ein Gefuehl, dass das Monster an dieser Stelle ein ausgepraegtes Schmerzempfinden haben und somit nicht so ohne weiteres zuschlagen wuerde.
Mit aller Kraft und meinem Kampfschrei „Fuer Gabi, du Arschloch!“ biss ich zu. Ich meinte das Monster noch aufjaulen zu hoeren, bevor ich mich urploetzlich im Ameisenhimmel wiederfand. Mist, irgendwie schien mein Plan nicht ganz aufgegangen zu sein.
Ich schaute mich um, stellte fest dass ich ein Ameisen Verdienstkreuz an meiner Brust trug und entdeckte auch schnell Gabi und viele andere bekannte Gesichter. Ungluecklicherweise wurden wir hier immer mehr, was mich das Gefuehl nicht loswerden liess, dass das Toelpelmonster meinen Angriff irgendwie ueberlebt haben musste. Einerseits ist es aergerlich, andererseits ist es doch ganz nett hier.
Ich werde jetzt erstmal meinen Fliegeneingeweide-Cocktail austrinken und mir dann mal ansehen, was der Ameisenhimmel sonst so zu bieten hat.
Schoenes Wochenende euch allen!

R.I.P. Trampeltoelpelmonsterbezwinger