Wie erwartet stellte Bangkok nicht gerade ein Paradies dar, zumindest nicht fuer jemanden, der nicht ueberwiegend wegen billigen Nutten und Ramscheinkaeufen angereist ist.
Da mich die Grossstadt wie ueblich nicht wirklich interessierte, kuemmerte mich erstmal um meine Weiterreise an mein eigentliches Ziel: Die Insel Koh Tao. Nach einem kurzen Preisvergleich buchte ich mir fuer den naechsten Tag ein Bus- und Bootticket ins Paradies (hoffentlich). Fuer unter 20 Euro sollte ich eine gut 15-stuendige Reise vor mir haben. Wieder etwas, auf das ich mich herzlich wenig freute. Eine Nachtfahrt mit einem Reisebus.
Bis dahin blieben mir jedoch noch rund 30 Stunden im Herzen von Bangkok, die ich ueberwiegend damit verbringen sollte, laestige Anzugsverkaeufer abzuwehren. Irgendwie verstand keiner von ihnen, dass ich uebergleucklich war, mich seit nun ueber 2 Jahren nicht mehr ins eins von diesen Dingern zwaengen zu muessen und das auch so schnell nicht wieder vor hatte.
Noch etwas ueberfordert von meiner neuen Umgebung entschied ich mich dann, mir ein gemuetliches Plaetzchen in einem Strassenlokal zu suchen, etwas zu essen und das bunte Treiben zu beobachten. Nach wie vor war ich etwas verklatscht vom Jetlag und aus Erfahrung wusste ich, dass am besten ein paar kuehle Drinks helfen wuerden. Daher begann ich mich in gemaechlichem Tempo durch das thailaendische Bierangebot zu testen. Als nach Stunden endlich mal der Regen aufhoerte, entschied ich mich eine Runde zu drehen, um mir ein wenig die Umgebung anzusehen. Ich kam geschaetzte 100 Meter bis sich die Himmelspforte wieder oeffnete. So fluechtete ich in den naechsten Unterstand, wo ich mir halt noch ein Bier bestellte. Auf diesem Weg landete ich an einem Tisch mit meinen Tischnachbarn aus dem vorherigen Restaurant.
Es waren zwei deutsche Jungs, die ebenfalls gerade aus Australien kamen. So war ein Gespraechsthema schnell gefunden, die Zeit vergessen und noch einige weitere Biere geleert. Als irgendwann der Regen wieder nachliess, entschieden wir uns ein wenige weiter zu streunen. Nach kurzer Zeit wurden wir erneut von einem Tuk Tuk-Fahrer angehalten und bereits zum 10. Mal diesen Abend zu einer Ping Pong-Show eingeladen. Nachdem wir herausgefunden hatten, um was es sich dabei handelte, hilet sich meine Begeisterung in Grenzen, die anderen Beiden schienen aber hellauf begeistert. Nachdem wir dann einen wirklich guten Preis ausgehandelt hatten, Stimmte ich dem Abenteuer auch zu und wir stiegen in das laut knatternde Gefaehrt. In unglaublichem Tempo chauffierte uns der Kerl anschliessend in einen Hinterhof, sagte, dass er auf uns warten wuerde und schickte uns in eine Tuer. Drinnen war bereits das im Gange, was man in Bangkok eine Ping Pong Show nannte. Wie erklaere ich ech jetzt, was das ist, ohne zu abfaellig zu werden?
In geselliger Runde sassen rund 20 Maenner, sowie Frauen in einem abgedunkelten Raum um eine kleine Buehne, auf der extrem leicht bekleidete alte und haessliche Muttis ihren Stauraum am unteren Koerperende unter Beweis stellten und allerlei „“Kunststuecke“ zum Besten gaben. Darunter eben auch mit Ping Pong Baellen.
Nach rund 20 Minuten war diese amuesante Vorstellung vorbei und wir machten uns zum Ausgang, um uns von unserem Tuk Tuk Fahrer zurueck fahren zu lassen. Dieser hatte jedoch bereits anderes feierndes Volk geladen, verwies uns an seinen Kollegen und fuhr davon. Hatte ich nicht bereits in meinem vorherigen Artikel die Serioesitaet der Tuk Tuk Fahrer angezweifelt? Ach was solls….
So setzten wir uns dreist, wie wir waren einfach in das andere Tuk Tuk. Als dann der dazugehoerige Fahrer auftauchte, schickte dieser uns entschieden weg. So einfach liessen wir uns jedoch nicht abspeisen, blieben sitzen und beharrten darauf, dass er uns zurueck faehrt. Daraufhin wurde dieser laufende Meter fuchteufelswild, schimpfte rum und verwies uns einige weitere Male seines Gefaehrts. Wir blieben unbeeindruckt und waren sichtlich belustigt von der Situation. Nach einiger Zeit raste er mit uns wie ein Irrer einige Hundert Meter die Strasse runter und hielt neben einem anderen Tuk Tuk, an das er uns verwies. Wieder blieben wir hart. Und er fuhr anschliessend zurueck zum Ping Pong Schuppen. Dort warteten bereits die Ping Pong Spielerinnen auf ihn, nahmen jedoch mit Humor, dass wir ihr Taxi bereits besetzt hatten.
Dieser Affentanz dauerte bereits ganz sicher 15 Minuten an und wir schienen nicht zu einer Loesung zu kommen. So erklaerten wir ihm dann, dass wenn er uns los werden wolle, er uns eben zu einem Taxi fahren muesse. Dem willigte er dann widerwillig und fluchend ein. Keine 5 Minuten spaeter bestiegen wir dann immernoch lachend ein Taxi, welches uns fuer umgerechnet zwei Euro zurueck zur Kaoh Sarn Road fuhr.
Dort wollten sich die Jungs dann erstmal bei Mc Doof eindecken, wovon ich absolut nichts hielt und mich in die Nacht verabschiedete. Auf dem Weg zurueck versuchten mich dann noch diverse Nutten und Ladyboys auf eine schnelle Nummer zu entfuehren, was ich entschieden ablehnte. Zurueck an meiner Unterkunft traf ich vor der Tuer ebenfalls auf zwei aeltere Damen, welche mich in ein Gespraech verwickelten und mir einen Platz anboten. Offensichtlich verkauften sie Bier, jedoch verlief sich das Gespraech immer wieder in eine andere einschlaegige Richtung. In jedem Fall hatte ich eine gute Unterhaltung in den Morgenstunden gefunden, wurde mit Reis gefuettert und hoerte eine Menge interessante Stories. Darueber hinaus stellte man mich diversen Ladyboys mit verdammt tiiiiiefen Stimmen vor und erklaerte mir ein wenig wie hier der Hase lief. Kurz vor Sonnenaufgang kam dann Aufbruchstimmung auf. Spaetestens da machte man mir dann deutlich, worum es wirklich ging, denn eine der beiden Damen wollte mich unbedingt mir auf ihr Zimmer nehmen. Ich lehnte dies freundlichst mit dem Argument ab, dass ich kein Geld habe. Dies schien die Lady jedoch nicht zu stoeren, was ein leichtes Unbehagen in mir ausloeste. So hielt ich die Verabschiedung kurz und verschwand kurzerhand im Hauseingang meines Gaestehauses. Gegen 7.30 Uhr fiel ich sichtlich betrunken und vollgestopft mit neuen Eindruecken ins Bett. Dabei konnte ich kaum erwarten, dass mich 3 Stunden spaeter wieder mein Wecker aus dem Bett werfen sollte.
Nach dieser kurzen Nacht wurde ich noch schwer schielend wach gebimmelt. Nach einer Dusche musste ich mein Zimmer um 11.30 Uhr raeumen. Nun blieben mir jedoch noch mehr als 6 Stunden, bis mein Bus endlich abfahren sollte. Die Sonne scheinte, es war schweineheiss, schwuel und ich hatte Kopfschmerzen, sowie noch einen leichten Defekt meines Gleichgewichtssinns. Daher entschied ich mich, erstmal irgendwo ein reishaltiges Mahl zu mir zu nehmen.
So landete ich wenig spaeter dezent transpirierend in einem Strassenlokal, wo ich mir etwas Pad Thai und einen Bananenshake bestellte. Nachdem ich gegessen hatte, fuehlte ich mich immer noch wenig besser und wusste so recht nichts mit mir anzufangen. Daher blieb ich einfach sitzen und machte eine Weile die Augen zu. Nach geschaetzten 2 Stunden schlaf und einigen weiteren alkoholfreien Getraenken setzte sich ein Kanadier an den Nachbartisch. Wir kamen ins Gespraech und die Zeit flog mal wieder. Ehe ich mich versah, waren die 6 Stunden auf ein und dem selben Stuhl verbummelt und Zeit aufzubrechen. Ich war gespannt, was mein folgender Trip bringen wuerde….