Orientierungslos auf der Insel angekommen, lief ich erstmal gen Norden, wo ich auf Elton, meinen Sitznachbarn aus dem Nachtbus Bus, traf. Er wollte sich offensichtlich auch etwas auf eigene Faust suchen und wir tingelten zusammen fuer einige Zeit durch die Stadt. Leider war Preislich nichts gelegen, wie ich es mir vorgestellt hatte. Nach einigen Minuten hielt jedoch ein Auto neben uns und ein aelterer, durchgeknallter Typ mit britischem Akzent bat uns seine Hilfe an.

 

Er versuchte uns glaubhaft zu machen, dass es an der Westkueste um Laengen schoener sei als im Osten, wo wir uns gerade befanden. Zwar konnte er uns keine Einzelzimmer zu dem Preis anbieten, den ich mir vorstellte, jedoch offerierte er uns eine zwei Zimmer Suite, die absolut bezahlbar war. Darueber hinaus bat er uns an, uns dort hin und bei nicht gefallen wieder zurueck zu fahren (er musste gewusst haben, dass wir das Angebot nicht ausschlagen koennen). Es sollten lediglich 2,5 Kilometer sein, doch die Strassen waren das absolut abenteuerlichste, was ich je gesehen hatte. Uneben war untertrieben und die Steigungen hatten ganz sicher 40%+.

 

Nich halb so schoen wie in wirklichkeit….der Blick vom Balkon

Final stoppten wir dann einige Meter ueber einer Bucht, liefen ueber einen „kleinen“ Huegel und landeten dann an einem unglaublich schoenen Haus, gebaut auf nacktem Felsen. Wow, der Anblick zog mir die Schuhe aus und ich musste mich nach einem multiplen Sehnervorgasmus erstmal setzen. Zwar konnte ich hier nicht auf Dauer bleiben, jedoch war das DER Spot, um erstmal zwei Tage von den Strapazen zu entspannen. Wir schlugen zu und hatten ein Appartment, in dem wir Fussball mit Meerblick haetten spielen koennen. Lediglich zwei Haken hatte das Paradies. Es gab kein Internet und wir waren weit ab vom Schlag. Beides liess sich aber recht schnell beheben, indem ich mir fuer die naechsten zwei Tage einen Motorroller mietete, mit dem ich die abenteuerliche Strecke von der Stadt ins Paradies ueberbruecken konnte bzw. es wenigstens versuchen wollte, ohne mich zu ueberschlagen. Fuer die Rollermiete wollte man nicht mal meinen Fuehrerschein sehen. Einen Helm gab es sowieso nicht, denn wo keine Polizei, da auch keine Helmpflicht.

 

Gegen Abend sollte das Paradies noch besser werden. Unser Hausherr quartierte Elton zum gleichen Preis in ein anderes Appartement um und ich hatte mein gefliesstes Fussballfeld mit Himmel-Doppelbett nun fuer mich ganz alleine. Wie geil ist das denn bitte?!

 

Ich genoss die Ruhe erstmal in vollen Zuegen und schlief mich fuer 18 Stunden aus, musste es also wohl noetig gehabt haben. Da ich mir am Anreisetag einen nicht unerheblichen Sonnenbrand geholt hatte, mied ich am kommenden Tag (welchen ich sowieso weitestgehend verschlafen hatte) die Sonne. Kurz vor Sonnenuntergang, schnappte ich mir dann Elton und wir gingen vor der Haustuer etwas schnorcheln.

 

Unter Wasser – Hin Wong Bay

Wir schnorchelten ein ganzes Stueck die Bucht hinaus bis es langsam zu daemmern begann. Da Haie bekanntlich Menschenaersche vorwiegend bei daemmerung jagen, sahen wir zu, dass wir es vor Dunkelheit wieder zurueck zum rettenden Pier schafften. Den naechsten Tag konnte ich leider nicht ganz so gemaechlich angehen, da ich mir langsam aber sicher eine Unterkunft im passenden Preissegment suchen musste.

 

Gluecklicherweise hatte ich meinen Roller noch, holperte so erfolgreich auf die andere Seite der Insel und schaute mich mal um. Irgendwie schien es jedoch nichts zu geben, das meinen Vorstellungen entsprach. Entweder wurde ich bei der Frage nach einem monatlichen Preis direkt abgewiesen oder es lag beinahe doppelt so hoch wie der Preis, den ich zu zahlen bereit war. Schliesslich sollte meine Ausdauer jedoch belohnt werden. Ruhig gelegen und dennoch nicht weit ab vom Schlag fand ich ein Einzelzimmer in gutem Zustand fuer den richtigen Preis und schlug zu.

 

Bingo, ich war rund 200m vom Meer entfernt, hatte sogar Meerblick, einen kleinen Schreibtisch, Schrank und ein Bett. Was wollte ich mehr?!

Nachdem ich mich eingebucht hatte, konnte ich mich irgendwie noch nicht wirklich dazu motivieren, nach Tauchschulen ausschau zu halten und verbummelte erstmal die naechsten Tage..

 

Leute, wenn es hier mit einem Job klappt und ich nicht bald an Dengue Fieber sterbe (die Muecken sind hier echt die Hoelle), lest ihr zukuenftig wohl von einem der gluecklichsten Menschen der Welt.

 

So, was bleibt mir zu sagen?

 

 

Prosit!