Natuerlich fiel ich wieder aus dem Rahmen. Klar, warum sollte ich den ploetzlich aufhoeren, mit dem, was ich am besten konnte. Auf der Welt gibt es mindestens zwei Dutzend verschiedene Tauchverbaende, mit welchen man seine Sporttauchlizenz erwerben kann. Alle Verbaende unterscheiden sich wenigstens ein bisschen in den Ausbildungsmethoden und Lizenzen, die man erwerben kann.

 

Die beiden groessten Verbaende sind derzeit PADI und SSI. Jeder kennts, jeder machts, doch ich bin damals bei dem hauptsaechlich deutsch-franzoesischen Verband CMAS gelandet.

 

Lange habe ich mich im Internet schlau gemacht, um heraus zu finden, welche Voraussetzungen ich erfuellen muss, um auf welchem Level bei PADI einzusteigen. Um das Fachgesimpel kurz zu halten, erwaehne ich an dieser Stelle nur, dass ich noch einen Nachttauchgang und einen Navigationstauchgang brauchte, um mich fuer den Advanced Open Water Diver (fortgeschrittener Ideal Standard Taucher) zu qualifizieren. Bereits am Tag meiner Anmeldung sollte ich dann abends mit aufs Boot gehen und meinen ersten Nachttauchgang absolvieren.

 

Nachdem wir 4 Tage mit echt schoenem Wetter hatten, war ausgerechnet an meinem ersten Tauchtag ein Sturm aufgezogen. Es regnete wie bloed und der Seegang hatte es in sich. Quasi die besten Voraussetzungen fuer den ersten Nachttauchgang, nachdem ich gut 4 Monate ueberhaupt nicht getaucht war.

 

An Bord bekamen wir eine Einweisung mit allen Dingen, die einen Nachttauchgang von einem normalen Tauchgang bei Tageslicht unterschieden. Meine Gruppe bestand aus 5 bekloppten oesterreichischen Jungs und Fai, der thailaendischen Tauchlehrerin. Nachdem ich einen Buddy gefunden hatten, machten wir uns fertig, checkten die Ausruestung ein letztes mal und sprangen ins dunkle Nass, was nebenbei bemerkt waermer als die Luft war. Wir hatten ein paar Meter in stuermischer See zu paddeln und konnten dann endlich in die wesentlich friedlichere Unterwasserwelt abtauchen. Nach rund 40 Minuten hatte uns die Oberflaeche wieder und nach diesem absolut friedlichen und beruhigenden Tauchvergnuegen kamen wir wieder wohlbehalten an der Oberflaeche an. Es regnete in Stroemen und der Wind peitschte uns die Wellen um die Ohren. Es war als waere man im Kino inmitten eines Schiffsunglueck-Katastrophenfilm aufgewacht – nur wesentlich realer.

 

Der schwerste Part war jedoch ins Bott einzusteigen, jedoch ging alles ohne jegliche Zwischenfaelle von statten…

 

…bis wir zurueck fuhren und die Wellen seitlich gegen unser Schiff schlugen. An Laufen war bei zeitweise 30 – 40 Grad Neigung nicht wirklich zu denken. Einer der Jungs machte jedoch den Fehler und wurde um ein Haar ueber Bord geschleudert.

 

Am Ende sind wir dennoch alle heil am Pier angekommen und von Bord gegangen.

 

Der naechste Tag sollte wieder aufregend werden. Nicht nur, dass sich der Seegang nicht gelegt hatte, nein. Ich hatte einige Navigationsuebungen zu machen und nachdem meine Tauchlehrerin (Fai) mitbekommen hatte, dass ich eine Divemaster Ausbildung mache, hat gerade mal eben beschlossen, dass ich die Gruppe unter Wasser Navigieren und fuehren sollte. Sie uebernahm die Einweisung und ich hatte alles andere zu machen. Ich haette das noch lange nicht gedurft, allerdings sind wir ja in Thailand und ich bin mir fuer keine Herausforderung zu schade.

 

Alles lief jedoch bestens. Da es sich um einen Wracktauchgang handelte, war die Navigation ein Kinderspiel und auch alles Andere klappte bestens. Einziger Haken war, dass ich etwas den Luftverbrauch der Jungs unterschaetzt hatte. Dennoch brachte ich alle lebend und sogar mit eigener Luftversorgung an die Oberflaeche und bekam ausnahmslos gutes Feedback. Ooooohhhhhh, Yessssss, ich wusste, ich war fuer den Job geboren.

 

Waehrend des naechsten Tauchgangs hatten die Jungs noch einige Uebungen zu machen und ich uebte diverse unter Wasser verrenkungen (ja, auch mit Flossen bekommt man die Fuesse hinter den Kopf^^)

 

Am folgenden Abend begossen wir dann feierlich unsere Zertifizierung zum Advanced Open Water Diver. Huerde Nr. 1 geschafft,….