Morgens, Mittags oder Abends (je nachdem, wann man zu arbeiten beginnt) eine viertel Stunde am Strand entlang zu laufen, ist garantiert nicht der schlechteste Weg zur Arbeit, wenn der einzige Berufsverkehr aus Bikinimaedels und Hunden besteht.

 

Der Haken ist jedoch, dass man bereits in Schweiss getraenkt bei der Arbeit ankommt (was in dem Fall an den Temperaturen, nicht den leicht bekleideten Frauen liegt). Was liegt da also naeher als sich mal wieder einen motorisierten Untersatz zu besorgen, der einem den anstrengenden Part abnimmt und es darueber hinaus auch lohnenswert macht, in der Mittagspause mal nach Hause zu fahren.

 

Bis dato hatte ich bereits kurzzeitig Roller ausgeliehen. Preislich war das ueber laengere Zeit natuerlich nicht in meinem Budget und ich musste mich nach einer Alternative umsehen. Wie ueblich war das in asiatischen Laendern kein Problem. Ich sprach mit 2-3 Leute ueber mein Anliegen und kurze Zeit spaeter wurde ich schon jemand vorgestellt, der mir fuer kleines Geld weiterhelfen konnte.

 

Kurz darauf bat mich der Mopedverleiher (seinen Namen hab ich nie erfahren) auf seinen Roller , um zu seinem Haus fahren, wo ich mir ein Gefaehrt haette aussuchen koennen. Auf halbem Weg rumsten wir jedoch in eines der tausenden Schlagloecher und hatten einen Platten. So parkte er seinen Roller beim strategisch klug benachbarten Mechaniker, welchem vermutlich ebenfalls das Schlagloch gehoerte. Anschliessend liefen einige Meter, um uns das Motorrad seiner Freundin auszuleihen. Dieses war jedoch nicht fuer einen Sozius ausgelegt, was dazu fuehrte, dass wir uns halt ein Paar Fussrasten teilen mussten.

 

Als wir dann an seinem Haus angekommen waren, standen einige „aeltere“ Mopeds und Roller zur Auswahl. Eigentlich wollte ich einen Roller, um nicht immer mit Flip Flops schalten zu muessen, jedoch sollte dies kein groesseres Problem sein und ich entschied mich fuer die etwas bequemere Variante. Ich gab ihm die umgerechnet 60 Euro Miete fuer einen Monat, wir tauschten kurz Telefonnummern und ich hatte mein Moped.

 

Das war mal wieder zu einfach gewesen. Zwar hatte mein Gefaehrt keine Spiegel oder funktionierenden Blinker. Ausser dem funzeligen Fernlicht gab es auch sonst keine Beleuchtung und die Batterie hatte bereits ebenfalls das Zeitliche gesegnet aber es fuhr und das war ja die Hauptsache. Ein Nummernschild brauchte ich nicht, da ich die auf Thai geschriebenen Dinger ohnehin nicht lesen konnte. So knatterte ich nach Hause. Es sollte eine Weile Dauern, bis ich mich an die Scherbel mit allen seinen Macken gewoehnt hatte, jedoch haben wir uns mittlerweile ein Wenig angefreundet.

 

Keine Liebe auf den ersten Tritt

Genau zwei Tage dauerte es, bis auch ich meinen ersten platten Reifen hatte. Fuer rund 4 Euro liess ich das reparieren und hoffte, dass mir das von nun an nicht jeden 2. Tag passieren wuerde. Mein Bitten wurde sogar erhoert, denn es dauerte genau 8 weitere Tage bis ich wieder auf der Felge durch den Ort rollte. Ich schaetze das ist etwas, an das man sich hier gewoehnen muss. Ich habe schon von mehreren Leuten gehoert, die mehrere Platten am Tag hatten. Als Mechaniker wird einem hier also ganz sicher nicht langweilig.

 

Ich bin mal gespannt, wie lange ich die Freundschaft zwischen meiner Knatterbuechse und mir aufrecht erhalten kann. Zumindest reissen wir uns beide am Riemen. Sie laesst sich jeden Tag brav antreten und ich habe mir abgewoehnt mir dabei blaue Flecken zu holen, wenn ich beim Kickstarten mit dem Bein an der Fussraste haengen bleibe.