Wie schon erwaehnt, hatte das Wetter mal fuer einige Tage einen Durchhaenger. Man kanns ihm nicht veruebeln, doch haette es mich doch wenigstens mal etwas vorwarnen koennen…
Es sollte mein zweiter Tauchtag werden. Das Wetter war schoen und ich machte mich auf den Fussmarsch zur Tauchbasis. Bis wir es wenig spaeter auf das Boot geschafft hatten, machten sich in der Ferne bereits deutlich sichtbar Regenwolken bemerkbar, die im Tiefflug wie ein krass aufgemotzter 3er BMW auf der klinken Spur auf unsere Insel zusteuerten. Kaum waren wir am Tauchspot angekommen, hatte es auch Petrus in seinem neuen 330i bis zu uns geschafft und oeffnete die Himmelspforte.

Petrus kam mit seinem fett krassen 3er BMW schnell naeher – wenigstens schien ihm noch die Sonne aus dem Arsch
Es regnete wie bloed und mit begann es langsam zu daemmern, dass ich wohl mein Fenster offen gelassen hatte. Zurueckschwimmen war nun zu weit und mir blieb nichts anderes als hinzunehmen, was sich jetzt nicht mehr aendern lies. Ungluecklicherweise regnete es nicht nur mal fuer 5 Minuten, sondern ueber Stunden und mir wurde unwohl, bei dem Gedanken, was dies fuer katastrophale Folgen fuer alles (insbesondere die Elektronik) haben koennte, die ich in meinem Zimmer gelagert hatte.
Direkt hinter meinem Fenster befand sich eine Art Einbauschreibtich, mit einem integrierten Schrank, der an mein Bett grenzte. Ich ging davon aus, dass alles, was auf dem Tisch lag (Netbook, externe Festplatten, Handy…), bereits futsch war. Nach zwei super Tauchgaengen machte ich mich dann auf den Heimweg, um das ausmass der Flut mit Traenen in den Augen zu begutachten. Im Hotel angekommen schloss ich das Zimmer auf und sah….nichts?
Ich traute meinen Augen nicht. Der Wind musste den Regen durch das Fenster gedrueckt haben, jedoch schien der angrenzende Schreibtisch trocken. Konnte das wahr sein? Was stimmte hier nicht! Irgendwie war ich fuer einen Moment verwirrt aber dennoch gluecklich.
Ok, ich konnte mir das nicht erklaeren, jedoch war ich einfach gluecklich, dass ich so unbeschadet davon gekommen bin. Ich liess den Tag also ausklingen und machte mich frueh ins Bett. Trottelig, wie ich bin, fiel mir dabei mein Handy vom Schreibtisch ungebremst auf die Fliesen. Ich war muede und das bloede Ding hatte schon ganz andere Stuerze hinter sich. So liess ich es einfach auf dem Boden liegen und machte mich ins Bett.
Am naechsten Morgen ging es zum Tauchen wieder frueh raus. Diesmal schloss ich jedoch mein Fenster vorsorglich, denn zweimal sollte ich wohl nicht so viel Glueck haben.
Mein Verdacht hatte sich bestaetigt als es wenig spaeter wieder wie aus Eimern goss.
Als ich gegen Mittag wieder vom Tauchen heim kam, holte ich mir wie ueblich meine Dusche ab, schaltete den Ventilator ein und schmiss mich anschliessend aufs Bett.
Dabei fiel mir mein Handy auf dem Boden auf, welches dort noch vom Vorabend lag.
Als ich es dann aufhegen wollte, traute ich meinen Augen nicht. Es lag in der einzigen kleinen Wasserpfuetze, die sich in dem ganzen beschissenen Zimmer befand. Lediglich um mein armes kleines Handy. Ich wollte es nicht glauben, jedoch liess der dezent auslaufende Akku keine Zweifel zu. Irgendwie musste ich ueber die Komik der Situation lachen. Als waere das meine Lektion fuer das offen gelassene Fenster gewesen. So zerlegte ich es in seine Einzelteile und liess es erstmal ueber Nacht trocknen.
Als ich am naechsten Tag wieder nach Hause kam und mein Handy testen wollte, stieg mir beim Oeffnen der Tuer ein schwer mueffeliger Geruch in die Nase. Was war das nun wieder? Verschwitzte Shirts? Ne, ganz sicher nicht…ich schwitze ja nicht, schon gar nicht bei den Temperaturen, niemals nie! *hust
Was konnte es aber sein? Erstmal lueftete ich und griff nach meinem Waeschebeutel. Dabei richtete ich meinen Reiserucksack auf und bemerkte, dass er triefend nass war. Hae? Wie konnte das sein? Mein Rucksack lag hinter meinem Bett, rund 3 Meter vom Fenster entfernt. Ich konnte das nicht glauben und fing an, die Decke nach undichten Stellen abzusuchen. Nix, alles trocken. Irgendwie hatte es der Regen also geschafft, durch das Fenster unter dem Schrank durch (mit einer kleinen Pause an meinem Handy) und unter dem Bett durch bis in meinen Rucksack zu kommen, um mein einziges Buch, sowie meinen Papierkram durchzuweichen? Man, das war gruselig und erinnerte mich irgendwie an den Film Final Destination 2, jedoch konnte ich keine weiteren Zeichen entdecken und hoffte einfach mal, dass mit der Tod nicht hinterher war.
Lediglich mein tolles Handy mit fehlenden Tasten und nahezu komplett abgeplatztem Lack musste ich an dem Tag fuer tot erklaeren. Ein schmerzlicher Verlust und ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie ich es standesgemaess bestatten werde.
Noch am gleichen Tag besorgte ich mir ein neues Samsung Telefon fuer unglaubliche 25 Euro (Jaa, da werden doch die ganzen IPhone Fuzzis hier kreidebleich). Ich machte die Batterie ins Telefon, schaltete es an und hielt es vor seinen Vorgaenger in Einzelteilen. Mit den Worten: „Benimm dich, sonst weisst du jetzt was dir blueht“.
Seitdem sind wir gute Freunde, mein Telefon macht, was ich ihm sage und ich schliesse jeden Tag beim verlassen des Zimmers vorsichtshalber das Fenster.
Tjoa Leute, ich habe aus meinen Fehlern gelernt, mein neues Handy jedoch hatte die Moeglichkeit aus den Fehlern Anderer zu lernen.
In diesem Sinne,
euch alles Liebe, gutes Gelingen und keine Dach- und Wasserschaeden,
Gruz
Schroddi
