Unter Thaistyle stellt man sich normalerweise Hüehnchen in Currysoße in Form eines bedingungslosen Mundorgasmuses vor. Keine Frage, bei dem Gedanken bin ich bei euch, jedoch hat sich mir die thailaendische Lebensweise als noch wesentlich vielseitiger offenbart. Kurz gesagt kann man es als die Leichtigkeit des Seins beschreiben. Warum also etwas kompliziert machen, wenns auch einfach geht? Warum fuer etwas Geld ausgeben, wenn man es auch mit billiger Manpower richten kann und warum fuer etwas buessen, wenn man auch dafuer bezahlen kann?

 

Drei grundlegende Fragen, dich ich euch die naechsten Tage am Beispiel des thailaendischen Lebensstils naeher erlaeutern werde.

 

Heute moechte ich mit einem Beispiel beginnen, auf dem wohl vieles basiert.

 

Das Rechtssystem

 

Koh Tao ist mit rund 21 Quadratkilometern wohl eher eine der kleineren Inseln. Genau wie Australien handelt es sich um eine ehemalige Gefaengnisinsel, wobei mir echt die Frage aufkommt, warum man damals, sowie heute Verbrecher immer auf die schoensten Inseln der Welt deportiert hat. Frueher schickte man die wirklich harten Kerle in die Ferne und heute bezahlt man sogar unverbesserlichen Jugendlichen den Urlaub in Gegenden, in welchen sich selbst Mittelstaendler kaum einen Urlaub leisten koennen.

 

Die einstige Gefaengnisinsel hat sich nun in ein Touristenmekka und international bekanntes Tauchgebiert verwandelt.

 

Nichts desto trotz gibt es auch heute wieder eine Polizeistation vor Ort. Diese Polizeistation wird von etwa 5 Polizisten gehuetet. Einer davon war mein Nachbar, welchen ich vormittags regelmaessig getroffen habe, als er sich seine morgendtliche Dosis Starkbier vor dem Arbeitsantritt goennte. Mit seiner Polizeimarke um den Hals erzaehlte er mir stolz, dass er Polizist auf Koh Tao sei, was eich echt guter Job ist. Ich sollte aber keine Angst haben, es sei schliesslich alles easy hier. Auch ein Vermieter arbeitete fuer die oertliche Polizei, jedoch nicht als Komissar, sondern dank seines mittelpraechtigen Englischs als Uebersetzer. Die Aufgabe unserer Polizeistation lag darin, gelegentlich die Anliegen der einheimischen bzw. hauptsaechlich Touristen aufzunehmen und ggf. zu bearbeiten.

 

Weiterhin pflegten sie beinahe jeden Tag an einer anderen der rund 10 Nebenstrassen der Insel eine halbherzige Drogenkontrolle bei Fahrzeugin- bzw. aufsassen durchzufuehren. Da es in Thailand auf Drogenbesitz langjaehrige Haftstrafen gibt, sollte man sich besser nicht erwischen lassen, wenn man nicht gerade die notwendigen rund 1.000 Euro Schmiergeld vorweisen kann, um ungeschoren davon zu kommen.

 

Drogen zu bekommen, ist auf der Insel jedoch kein Hexenwerk in dafuer allgemein bekannten Bars wie der High Bar bekommt man jederzeit fuer kleines Geld, was die Drogenluesterne Seele begehrt. Klar ist, das diese sogar im Internet abrufbare Information auch der Polizei bekannt ist. Warum die jedoch nichts unternimmt, ist mir ein Raetsel…

 

Wie ueberall auf der Welt, ist natuerlich auch in Thailand die Mafia gut vertreten. Man sagt, dass Schutzgeldzahlungen ein fester Bestandteil in jedem Businessplan sind (sofern es den gibt). Wer diesen Kostenpunkt zu ignorieren versucht, findet relativ schnell anstatt seines Geschaefts einen Haufen Asche vor. Wer sich darueber hinaus nicht an die Spielregeln haelt, laeuft unter Umstaenden Gefahr mit einem sehr bleihaltigem Geschmack oder unter einer Palme haengend ein letztes Mal einzuschlafen. Auch fuer derartige Vorgaenge ist fuer kleines Geld Straffreiheit bei der Polizei zu erkaufen. So zaehlen manche Menschen ihren Kontostand in Thaileben, die sie jederzeit ungestraft beenden koennten. Zitat: „ Ich hab genug Geld auf dem Konto, um heute Abend noch 3 Thais zu erschiessen.“

 

Im Grunde genommen ist es aber eine sehr friedliche Insel, auf der zwar viele Menschen sterben, jedoch die Meisten davon aus eigener Dummheit. Mehr dazu in meinem naechsten Artikel.

 

Wie ich schon erwaehnt habe, ist Koh Tao fuer das Tauchen bekannt und hat weltweit mit gut 3 Tauchschulen auf den Quadratkilometer garantiert eine der hoechsten Dichten an Tauchbasen. Allein meine Schule unterrichtet in 15 bis 20 verschiedenen Sprachen, was alleine von Thais natuerlich nicht zu bewerkstelligen waere. Um den hohen Durchfluss an auslaendischen Tauchschuelern moeglich zu machen, muessen natuerlich Auslaender beschaeftigt werden. Ungluecklicherweise ist Thailand in der hinsicht mit Arbeitsvisas sehr strikt, was es nahezu unmoeglich macht dort als Tauchlehrer eine Arbeitsgenehmigung zu bekommen. Da der Regierung die Notwendigkeit an auslaendischen Schwarzarbeitern ebenfalls nicht entgangen ist. Wurden monatlich einige Kontrolleure der Einwanderungsbehoerde auf die Insel geschickt, welche natuerlich leichtes Spiel hatten, einige der tausenden illegalen Arbeiter zu entdecken. Regelmaessig hatten nun Tauchschulen fuer derartige Beschaeftigung Strafe zu zahlen. Um diesem Hin und Her letztendlich ein Ende zu setzen, vereinbarten Koh Taos Tauchschulen dann einen Deal mit der Einwanderungsbehoerde und zahlten fortan regelmaessig eine gewisse Summe und sahen von da an die Kontrolleure nicht wieder. Von diesem Deal profitierten natuerlich auch alle anderen Geschaefte auf der Insel, die von nun an wesentlich guenstiger Burmesen fuer gut 5 Euro am Tag schwarz arbeiten lassen konnten.

 

Warum fuer etwas buessen, fuer das man zahlen kann. Schaetze in Deutschland ist die Polizei einfach zu gut bezahlt sonst koennte auch dort vieles einfacher sein.

 

>Zu guter Letzt moechte ich anmerken, dass alles hier geschriebene rein aus meiner Phantasie entstammt und absolut nichts mit der Realitaet zu tun hat. Aehnlichkeiten mit existierenden Behoerden oder Institutionen sind unbeabsichtigt und rein zufaellig<